Firmung

Firmung 2013 im Pastoralverbund Husen-Kurl-Lanstrop

Von Gottes Geist berhrt

Mit großem Interesse hört Weihbischof Manfred Grothe den Firmkatecheten zu, als sie von ihren Erfahrungen in der Firmvorbereitung berichten. In wenigen Minuten beginnt in St. Johannes Baptista in Kurl die Firmfeier. 16 Jugendliche sitzen erwartungsvoll in ihren Bänken. Weihbischof Manfred Grothe ist für sie kein Unbekannter. Sie haben ihn mit den anderen Firmbewerbern aus Husen und Lanstrop in Paderborn besucht. „Was waren Sie für die jungen Leute?“, fragte Weihbischof Manfred Grothe die Firmkatecheten. „Nein, Lehrer bestimmt nicht,“ antwortete Christina Poth. „Wegbegleiter! Das fasst es am besten zusammen!“

Dann erzählen die 10 Frauen und Männer aus dem Firmkatechetenteam, was es heute heißt, „Wegbegleiter für Firmbewerber“ zu sein.

Zu Beginn haben sich die Firmkatecheten selbst auf den Weg gemacht und mit Pastor Gregor Orlowski und Gemeindereferentin Ulrike Nagel ein Wochenende in Frohlinde verbracht. Sich kennenlernen, gemeinsam planen, den Glauben teilen und als Gemeinschaft zusammenwachsen. Das hat sich für die Vorbereitung ausgezahlt.

Firmkatecheten (von links hintere Reihe): Gregor Orlowski, Marit Vogler dos Santos, Stefan Kilmer, Anna Hüppe, Hannah Meier, Dominik Pathmann, Andreas Bruns. Vorne von links: Iris Buchbinder, Martina Strauß, Christina Poth, Pia Westermann und Ulrike Nagel

So verschieden die Firmkatecheten, so vielfältig waren ihre Begabungen und ihre Ideen, Jugendlichen den Glauben weiterzugeben.

57 Jugendliche haben sich zu Beginn des Jahres entschieden, gemeinsam im Pastoralverbund sich auf die Firmung vorzubereiten. Freiwilligkeit war eine wichtige Voraussetzung, damit die Jugendlichen offen und vertrauensvoll mit den Firmkatecheten ihren Glauben wieder entdecken und mitteilen konnten. Nach dem ersten Kompakttag stellten sich die Jugendlichen in einem Sonntagsgottesdienst in ihrer Heimatgemeinde vor. Das Logo, Flammen und Taube, bekam durch die Namen der Jugendlichen in den Flammen mit allem, was ihnen wichtig war, eine persönliche Note. Ein Kreuz aus Speckstein ist die Erinnerung an den zweiten Kompakttag „Jesus Christus“. Es war schon ungewöhnlich, den Lebensweg Jesu mit Symbolen nachzulegen und sich selbst mit den eigenen Glaubenserfahrungen zu positionieren. Die Specksteinkreuze wurden übrigens später von Weihbischof Manfred Grothe in Paderborn gesegnet. In der Fastenzeit feierten die Jugendlichen den Kreuzweg der DPSG und KAB Lanstrop entlang der Wegekreuze mit und bereicherten den Gottesdienst Gründonnerstag in Husen. Gefirmte aus 2011 gestalteten die Betstunde und gaben so den Jugendlichen ein Beispiel.

Mit Fotoapparaten, auf der Suche nach dem richtigen Motiv, zog eine der Workshopgruppen durch Lanstrop. Kompakttag „Gottesbild“. Wie finde ich ein Motiv zu einer Vaterunserbitte? Eine andere Gruppe probt im Turnkeller des Kindergartens eine moderne Version „des verlorenen Sohns“. Im Saal werden Lieder gesungen und im Keller des Pfarrheims entstehen Bilder zur „Schöpfung“. Wenn alle dann wieder im Saal zusammenkommen und die Ergebnisse bestaunen, erfahren sie nicht nur etwas über die anderen. Sie ahnen, dass die biblischen Geschichten zusammenhängen und wie ein Puzzleteil nach dem anderen ihr eigenes Gottesbild erweitert.

Wir wollten nicht nur über den Glauben reden, wir wollten handeln. Den Glauben leben. So begann mit der 72-Stunden-Aktion ein Abenteuer für die Jugendlichen, die heute stolz und zufrieden zurückblicken können. Gemeinsam mit der DPSG bauten die 27 Jugendlichen aus Husen am Kurler Bahnhof einen Kiosk auf. Rund um das Bahngelände sah es wenig einladend aus. Müll und Unkraut mussten beseitigt werden. Die Bahnkunden sollten erleben, wie es sein könnte, wenn ein Kiosk in ansprechender Umgebung sie mit Kaffee und Brötchen versorgt, bevor sie zur Arbeit oder Schule fahren. Die Hochwasserbilder haben die DPSG aufgerüttelt. Ein kurzer Kontakt zu den Jugendeinrichtungen in Magdeburg, die komplett unter Wasser standen und es war klar, dass die Einnahmen aus dem Verkauf dorthin gehen würden.

Zu Beginn waren die 13 Jugendlichen aus Lanstrop nicht sehr begeistert, ein Friedhofprojekt bewältige zu müssen. Der Besuch im Bestattungshaus Strauß brachte die Wende. Särge ansehen, den Hygieneraum besichtigen, erfahren, wie es ist, Abschied zu nehmen. Keine Frage blieb offen. Gut geschult konnten die Jugendlichen im Marienheim in Lanstrop Entwürfe für ihre Steine der Hoffnung zeichnen, die auf dem Friedhof in Lanstrop liegen sollten. Viel Lob gab es für die Jugendlichen, die auf dem Friedhof vernachlässigte Gräber pflegten. Die 20 Steine liegen inzwischen auf den Gräbern verteilt. Ein Spaziergang lohnt sich.

Selten war ein Kontakt so intensiv und kontrastreich, als die 16 Jugendlichen aus Kurl sich zu Pater Klaus aufmachten. Ein Grillnachmittag mit Obdachlosen. Erfahren, was Nächstenliebe wirklich ausmacht. Menschen im Kurler Krankenhaus interviewen, die Nächstenliebe zu ihrem Beruf oder ihrem ehrenamtlichen Engagement gemacht haben. Eine Kamera hat die Begegnungen festgehalten und der Film wurde am Sonntag nach dem Gottesdienst im Johanneshaus vor vielen interessierten Gemeindemitgliedern gezeigt.

Alle drei Projekte konnten nur gelingen, weil sich viele ehrenamtlichen Helfer aber auch behördliche Kontakte mit engagiert haben. Danke dafür!

Vor den Sommerferien fuhren die Firmbewerber nach St. Bonifatius zu einem „update“. Die Fachkonferenz Jugend hatte alle Firmbewerber aus dem Dekanat eingeladen, gemeinsam ihren Akku aufzuladen und einen wirklich eindruckvollen Taizegottesdienst zu erleben. Sommerferien.

Was frage ich einen Bischof? Dies hatten wir geklärt, bevor wir nach Paderborn fuhren, um Weihbischof Manfred Grothe zu besuchen. Das Gespräch war wirklich intensiv und Weihbischof Manfred Grothe scheute keine Frage, auch wenn er zugab, dass er eigentlich die Frage „Was ist Firmung“ stellten müsste. Bei typischem paderborner Schmuddelwetter nahmen die Jugendlichen ihr GPS-Gerät bei der Touristeninformation in die Hand und machten sich auf den Spuren des Hl. Liborius. Der Liboricache führte sie an alle Orte, die mit dem Patron des Bistums in Verbindung gebracht werden konnten.

Das Pfingstereignis aus der Apostelgeschichte klingt gleich lebendiger, wenn es wirklich in verschiedenen Sprachen vorgelesen wird: Französisch, Englisch, Polnisch, Portugisisch, Lateinisch, Griechisch, Ungarisch und Deutsch. So startet der letzte Kompakttag „Heiliger Geist“. Wie bringe ich ein rohes Ei mit einem selbstkonstruierten Fluggerät sicher zu Boden? Wie mische ich Salben selbst? Wie male ich den Heiligen Geist? Welche Zutaten zu einem gelungenen Fest entdecke ich beim Brötchenbacken? Übrigens sind alle vier rohen Eier sicher zu Boden gekommen und die Brötchen haben sehr lecker geschmeckt. Nach diesen anschaulichen Erlebnissen zum Heiligen Geist, zog sich jede Gemeindegruppe zurück, um ihren Firmgottesdienst vorzubereiten.

Weihbischof Manfred Grothe erlebte drei sehr verschiedene Firmfeiern mit einem Geist: Gemeinschaft, Freude, Ideen, entdeckte Glaubensspuren und großer Sangesfreude. In drei Firmfeiern wurden 58 Jugendliche und 4 Erwachsenen das Sakrament der Firmung gespendet.

Firmung 2013 Husen

Übrigens hat Weihbischof Manfred Grothe das Evangelium der Emmausjünger für die Firmfeier in Kurl ausgewählt und in seiner Predigt konnten die Firmkatecheten wiederentdecken, was sie mit ihm im Gespräch vertieft hatten.

Alle gefirmten Jugendlichen wurden von Weihbischof Manfred Grothe aufgefordert, sich in den Gemeinden aber auch dort, wo sie leben und lernen, einzumischen.

Gelegenheit ist auch im Pastoralverbund dafür: Es gibt Gefirmte, die weiterhin ihren Messdienerdienst gerne tun. Regelmäßig lädt die DPSG Lanstrop zu einem Jugendwortgottesdienst ein. In Kurl gibt einen monatlichen offenen Jugendtreff am ersten Freitagabend im Monat. Die DPSG in Husen und Lanstrop bieten Jugendlichen eine Heimat, die sich verbandlich engagieren wollen.

Für den Pastoralverbund, Ulrike Nagel und Martina Strauß