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Geschichte der Kirchengemeinde

Die katholische Kirchengemeinde Husen ist die jüngste der von Kurl abgepfarrten Gemeinden. Zwar taucht schon um das Jahr 1300 der Name Husen urkundlich als eine Zusammenfassung eines Haupthofes mit mehreren Nebenhöfen auf, aber um 1846 bestand Husen nicht mehr als aus 15 Häusern. Die Situation änderte sich erst mit dem Bau der Köln-Mindener-Eisenbahn 1847 und der Errichtung von zwei Schächten 1855 und 1867. Husens Einwohnerzahl wuchs nun stetig an. Im Jahre 1867 waren es ungefähr 250 aber im Jahre 1910 hatte Husen bereits 2371 Einwohner. Schon im Jahre 1904 hatten die evangelischen Christen von Husen eine eigene Kirche erhalten. Der katholische Volksteil, der etwa ein Drittel der gesamten Einwohnerzahl ausmachte, wollte da nicht hinten anstehen und so wurde am 17. Dezember 1908 ein Kirchbauverein gegründet.


Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 mussten alle Pläne zurückgestellt werden und konnten erst 1921 wieder aufgenommen werden. Es kam zu Verhandlungen mit der Rheinisch-Westfälischen Bank, die zu dem Angebot führten, aus der Scheune des Westermannschen Hofes einen Betsaal zu errichten. Doch dieser Plan wurde letztlich ebenso verworfen wie die Nutzung eines der Säle der Gaststätte Lahr und Henkel.

Unter langwierigen Verhandlungen gelang es schließlich in Verbindung mit einem Grundstückstausch ein Gelände etwa in der Mitte der Gemeinde, den heutigen Kirchplatz, zu erwerben. Unter großen Opfern aller Gemeindemitglieder und einer genehmigten Provinzialkollekte kamen rund 25000 Reichsmark zusammen.

Am 14. September 1925 war der erste Spatenstich. Schutzpatrone der Kirche wurden St. Petrus Canisius und St. Barbara.

Der Bau schritt rasch voran, so dass bereits am 25. Oktober 1925 unter Beteiligung der Vereine und Verbände der Nachbarschaft und Muttergemeinde Kurl feierlich der Grundstein gelegt werden konnte. Mit dem 1. September 1927 galt die Errichtung der Kirchengemeinde Husen als vollzogen. Schnell gründeten sich auch Vereine wie der Verein vom hl. Vinzenz von Paul (1925), der Elisabeth-Frauen-und-Mütter-Verein, die Marianische Jungfrauenkongreation, der St.Canisius-Männer-Verein, oder auch der Gesellenverein (alle 1926).

Die Gemeinde baute im Innern die Kirche weiter aus, Bänke, Paramente und später das eindrucksvolle Altarkreuz, die Pieta und die hl. Barbara konnten erworben werden.

In eine große Krise geriet die junge Gemeinde, als 1931 die Zeche Kurl stillgelegt wurde und 90 Prozent der arbeitenden Bevölkerung erwerbslos wurden. Über die allergrößten Existenzsorgen halfen Spenden und eine einmalige Provinzialkollekte hinweg und Mitte der 30er Jahre lief die Beschäftigung wieder an.Zu diesem Zeitpunkt, 1935, verließ der erste Seelsorger von St. Petrus Canisius, Pfarrvikar Johannes Menke, Husen und wurde durch Wilhelm Kramer ersetzt, der 1941 eine Pfarrstelle in Warburg antrat. Mit Vikar Anton Dünnebacke überstand die Gemeinde die restlichen vier Kriegsjahre.

 

Nach dem Krieg konnte sich das Gemeindeleben, befreit vom Nationalsozialismus, wieder reger entwickeln. 1946 zog die Fronleichnamsprozession unter großer Beteiligung wieder durch die festlich geschmückten Straßen und durch den Wald. Um den aktiven Vereinen und Verbänden eine Bleibe zu geben, wurde aus Heeresbeständen eine Baracke gekauft und neben dem Kirchplatz aufgestellt. Ende 1949 befasste sich der Kirchenvorstand mit der Pfarrerhebung, die man in Anbetracht des 24-jährigen Bestehens der Gemeinde und der gesunden wirtschaftlichen Lage nun endlich beantragen wollte. Zu Ostern 1950 wurde die Gemeinde eigenständige Pfarrei und am 7. Mai 1950 konnte Vikar Dünnebacke als erster Pfarrer feierlich in sein Amt eingeführt werden.

Unter seiner Leitung begann man 1954 mit dem Bau des Jugendheimes, welches Mitte 1955 geweiht und seiner Bestimmung übergeben wurde. Im selben Jahr verließ Dünnebacke als neuer Dechant des Dekanats Dortmund-Nordost Husen in Richtung Lünen-Brambauer. Sein Nachfolger wurde Clemens Ebert. Am 15. April 1961 übergab man den neuen Kindergarten seiner Bestimmung. Auch konnte mit dem Begriff Notkirche Husen aufgeräumt werden, nachdem zu Beginn der 60er Jahre die gelungene Erweiterung der Kirche um mehr als das gesamte Chor abgeschlossen war. Im Jahr 1967 ging Pfarrer Ebert aus gesundheitlichen Gründen nach Kirchveischede.

Am 27. August 1967 wurde sein Nachfolger Rudolf Strohbücker feierlich eingeführt. Er war am 10. März 1951 von Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger in Paderborn zum Priester geweiht worden. Nach Sandebeck war Husen seine zweite Pfarrstelle, die er bis zu seinem Ruhestand 1992 betreute. So konnte er in Husen sein silbernes sowie sein 40-jähriges Priesterjubiläum, aber auch die Festwoche zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde vom 15. bis 20. Juni 1976 feiern. Zu seinen Verdiensten zählte neben der seelsorglichen Arbeit der Neubau der Friedhofskapelle (1970) und das 1986 nach Umbau und Renovierungsarbeiten fertig gestellte Petrus-Canisius-Haus.

Da die Kosten für die Renovierung des Hauses nur zum Teil von der Erzdiözese Paderborn übernommen wurde, war ein großer Anteil Eigenarbeit der Gemeinde erforderlich. Rudolf Strohbücker verstarb 1998 und liegt in Husen begraben. Sein Nachfolger, aus gesundheitlichen Gründen nur für knapp ein Jahr, wurde Heinrich Loermann. Danach kümmerte sich der Kurler Pastor Xaver Rampsel als Pfarrverweser um die Belange der Gemeinde.


Am 10.Juli 1994 konnte bei der Einführung des neuen Pfarradministrators Gregor Orlowski die Gemeinde ihm ein renoviertes Pfarrhaus und die Erneuerung der Kirchenheizung präsentieren. Die Außensanierung der Kirche im Jahr 2000 sind als letzte Baumaßnahmen zu nennen bevor es jetzt zum Abschluß der Umgestaltung des Chorraums kam.


Wie in allen Bistümern in Deutschland mußte auch das Erzbistum Paderborn Anfang 2000 damit beginnen neue Strukturen für die Seelsorge zu schaffen. Die geringer werdende Zahl an hauptamtlichen Seelsorgern und neue Erfordernisse in der pastoralen Arbeit erfordern für alle Beteiligten ein Umdenken im Leben der Kirche und der Gemeinden. Im Jahre 2004 wurde somit der Pastoralverbund Kirchspiel HuKuLa gegründet. In ihm schlossen sich die Gemeinden St. Michael in Lanstrop, St. Johannes Baptista in Kurl und unsere Gemeinde zu einem neuen Pastoralverbund zusammen.

"Zeige uns, Herr, deinen Weg" (Ps 27,11)

unter diesem Leitwort haben wir mit einem Gottesdienst und einem Fest am Sonntag, dem 7. Juli 2004 in Husen unseren Pastoralverbund errichtet. Seitdem begleitet dieses Psalmwort unsere drei Gemeinden St. Petrus Canisius, St. Johannes Baptista und St. Michael auf dem Weg über die Pfarreigrenzen hinweg zu einer größeren pastoralen Einheit zusammen zu wachsen.